Jacob's Ladder [SPOILER!]

...ist ein Thriller/Drama der Ende 1990 in den USA erschienen ist. In Deutschland erschien der Film im Frühling 1991. Tim Robbins spielt den Protagonisten Jacob Springer. Von den Schauspielern war mir nur noch Macaulay Culkin bekannt, der, soweit ich weiß, den Kevin in Kevin Allein Zuhaus spielte. In diesem Film spielt er einen von drei Söhnen Jacobs.

Ich möchte noch anmerken, dass ich den Film in englisch gesehen habe, sodass es natürlich sein könnte, dass mir irgendwas wichtiges entgangen ist. ^^'

Der Film beginnt 1961 in einem amerikanischem Kriegslager in Vietnam. Die Soldaten erschienen, dafür dass Krieg war, doch gut gelaunt, bis ein Anruf reinkam, der sie vor einem Angriff warnen sollte. Und ab der Szene, wo sich ein Soldat über seltsame Kopfschmerzen beklagte, war mir klar, dass dieser Film sehr bizarr werden würde.
Ein anderer Soldat, der neben Jacob saß, brach plötzlich zusammen, zuckte am ganzen Körper und begann, Blut zu spucken. Schon die Kriegszene allein kann schon sehr verstörend auf einen wirken, wenn man sieht, wie manche Soldaten nur ungläubig sehen, wie ihre Kameraden von Bomben zerfetzt werden und ihnen Gliedmaßen fehlen, aber der Zusatz mit den zwei Soldaten, wo man merkte, dass auf jeden Fall etwas mit ihnen nicht stimmte, ließ das alles sehr... bizarr wirken.
Mir fehlen irgendwie die Worte, um das alles besser beschreiben zu können, was ich bei dem Film fühlte.

Nachdem Jacob ebenfalls stark verwundet wird, setzt der Film mit ihm in einer amerikanischen U-Bahn fort. Jacob trifft auf eine Frau, die er nach der Station fragt. Ich fand ihren Blick unglaublich unheimlich irgendwie. Als er bei der nächsten Station ausstieg, konnte er die Station nicht verlassen, weil die Auswege abgesperrt waren und ich musste dabei sofort an Silent Hill 3 denken! Ich empfand auch den Bildwechsel zwischen Jacob (und wie er die Gleise überqueren wollte) und der Lichterkette an der Wand als unglaublich genial. Wie erwartet, kam natürlich ein Zug angefahren, in dem sich vermummte Gestalten befanden. Auch das erinnerte mich unweigerlich an Silent Hill.
Als er wieder zuhause bei seiner Freundin Jezebel ist, erscheint wieder alles relativ normal.
Was mich jedoch zunächst verwunderte: Ich konnte auf seinem nackten Oberkörper keine Narbe von der Kriegsverletzung sehen.
Interessant fand ich auch den Namen seiner Freundin: Jezebel. Meine erste Assoziation dazu war die Bibel und laut Wikipedia sei Jezebel eine Frau gewesen, die Christen u.a. "zur Unzucht verführt habe".

Passen würde dies sehr gut zur der Partyszene, als die beiden feiern waren, wo sich im Prinzip ein wenig schon das Ende des Films erahnen ließ, als sich Jacob von einer Frau aus der Hand lesen ließ und sie ihm sagte, er müsse schon längst tot sein.
Jedenfalls fängt er nach einiger Zeit wieder an, Dinge zu sehen, als er sich in der tanzenden Menschenmassen befindet. Dort sah er auch seine Freundin, die mit einem anderen Mann tanzte. Er wiederum verwandelte sich in einem "Dämon", der es mit Jacobs Freundin trieb.

Die ganzen Zeitsprünge waren unglaublich verwirrend. Soweit ich es erfassen konnte, gab es einmal die Vietnam-Ebene, die Jezebel-Ebene und die Ebene, wo er bei seiner Frau und seinen Kindern war.
Da gab es jedoch eine Szene, wo ich nicht weiß, ob ich die zur Jezebel-Ebene zählen könnte. Zwar taucht sie dort auf, aber... wow, das war ehrlich gesagt sehr abgefahren.
Nachdem er sich aus einem Auto stürtzte, ist Jacob schwer verletzt und liegt auf der Straße. Dass der Weihnachtsmann ihn bestahl, kam mir unweigerlich komisch (im Sinne von lustig-bizarr) vor. Als er im Krankenhaus untersucht wird, wird er - glaube ich - ohnmächtig aufgrund der starken Schmerzen und erwacht auf einer Bahre und wird zuerst durch einen verfallenen Gang geschoben, weiter hinein in einen Gebäudekomplex, der einem Krankenhaus/einer Anstalt glich.
Das war bisher wirklich eine der bizarrsten Szenen, die ich in einem Film gesehen habe. Überall waren diese wahnsinnigen Menschen, teilweise deformiert und dann dieser Gang, wo überall Blut und Gliedmaßen waren. Dort saß ein Wesen auf einer Art Podest und bewegte den Kopf von der einen zur anderen Seite, was aber durch extremes Zeitraffer dargestellt wurde und das erinnerte mich ebenfalls wieder sehr an Silent Hill, weil genau diese Kopfbewegungen auch diverse Monster gemacht haben. Als Heather mit dem Fahrstuhl in die Alternativwelt fuhr, befanden sich genau solche Monster an den Wänden.

Ich könnte jetzt noch mehr von dem Film rekapitulieren, aber das hier sollte eh eigentlich nur die Leute lesen, die den Film kennen.
Ein großer Fan von Kriegsfilmen bin ich gewiss nicht, aber Jacob's Ladder war irgendwie genial. Die Psyche der Soldaten wurde, so wie ich es verstanden habe, durch die Droge namens "Ladder" manipuliert.
Manche glauben, dass man kurz vor seinem Tod nochmal die wichtigsten Momente seines Lebens im Zeitraffer erlebt und vielleicht sorgte die "Leiter" dafür, dass Jacob in sein Innerstes hinabstieg und all seine Ängste und auch Schuldgefühle (am Tod seines Sohnes) erlebte. Sein Orthopäde (War der Arzt ein Orthopäde?) sagte während des Films, dass die Dämonen sich in Engel verwandeln würden, würde Jacob seinen inneren Frieden finden, den er auch letzten Endes fand. Am Ende des Films begegnet er seinem toten Sohn, der am Ende einer Treppe sitzt und er sagt Jacob, dass alles gut sei, nimmt ihn an die Hand und führt ihn wieder die Treppe hinauf zum Licht. Ich glaube, dass Jacob in diesem Moment sich selbst vergab und seinen inneren Frieden finden konnte und dann in Vietnam starb. Deshalb hatte er auch keine Narbe auf der Brust, als man ihn mal mit freiem Oberkörper sah?!

Die Leiter und ihre Funktion kamen mir so irgendwie sehr bekannt vor. Ich sah da gewisse Parallelen zu Silent Hill 2 und James Abstieg in der Historical Society und der immer bizarrer werdenden Welt.

Dafür, dass ich eigentlich noch immer ziemlich sprachlos bin, habe ich wieder ziemlich viel geschrieben. Ich hoffe, dass das Geschriebene nicht all zu wirr war. oO Auf jeden Fall war das mein erster Eindruck vom Film und unterm Strich denke ich:
Das war ein toller Film! Die Geschichte war toll. Die Schauspieler waren super! (Jacob hat mir irgendwie Angst gemacht... seine Augen waren mir irgendwie unheimlich.) Die Musik war wunderschön. Die Kamerafahrten und die bizarren Darstellungen der Körperbewegungen waren einfach nur genial!
Den Film muss ich demnächst unbedingt nochmal schauen. Ich glaube, mir ist wirklich noch einiges entgangen, worüber ich mir Gedanken machen könnte. (Alle Gedanken haben ich hier noch nicht niedergeschrieben.)

Vielen Dank an Flint, für diesen Filmtipp! Das hat sich wirklich gelohnt. Das war irgendwie wunderschön. (Ich hoffe, dass langsam verstanden wird, dass man mein "wunderschön" nicht wie das konventionelle "wunderschön" verstehen darf.)
Ich verstehe nicht, wieso der Film ab 16 ist...
Und es war schön, mal wieder etwas aus den 90ern zu sehen. Ich mag die 90er, die Kleidung, die Musik.
Was ich ferner noch die ganze Zeit während des Films dachte: Diesen Film müsste man mal unserer Regierung zeigen, weil sie für 20 Mio € Waffen verkaufen, damit Krieg geführt werden kann. Man müsste den Film Obama zeigen, damit er endlich mal mehr Courage zeigt! Und dem Bush auch... denn was wir sehen können, sind zwar die zerstörten Städte und die toten Menschen auf den Straßen, aber was mit den Menschen, die so etwas überleben, passiert, das sieht die Allgemeinheit, glaube ich, nicht.

Over and out.~   
 

1 Kommentar:

  1. FlintWinston (Simpson)2. Juni 2010 um 13:37

    "The only thing that burns in hell, Is the part of you that won't let go of your life. Your memories, your attachements, They burn'em all away. But they're not punishing you he said,... They're freeing your soul."

    "If your frightened of dying, and your holding on. You'll see devils tearing your life away. If you've made your peace, then the devils are really angels,... Freeing you from the earth."

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