What is real? [ Akira Yamaoka - Tender Sugar]

I run, I fall what ripped away
Check my body now
Was it body or soul?
The darkness fades... fades to the light
Disappearing now
Disappears from the night

And all these nightmares I once had as a child
The morning always came, it came too late
What did my mind forget, forget to hide?
Could the nightmare be awake?
I don't know

In or out, up or down?
Never know, it's an illusion!
Round and round, on and on
Every day spins my confusion

Not again, not again, not again
From this dream I can't awake
What is real, what is real, what is real?
It's getting hard for me to take
What I need, what I need, what I need?
A little something I rely and the white sugar gently hides me...

Oh, the sweet sugar saves me.
It's the room that confines me.

Yesterday, back and forth
Broken door no longer opens
Breaking down, need it now
Mother's sugar always loves me

Not again, not again, not again...

Oh, the sweet sugar saves me.
It's the room that confines me.






Was ist real? Was ist fiktional? Und das Frage ich mich nun nicht, weil es Jonathan Frakes fragte, nein.

Da ich mich momentan mit Neurobiologie und Philosophie auseinander setzen muss, kommen da ganz interessante Gedanken.
Besonders interessant ist die Frage: Was ist real?
Ihr alle kennt diverse optische Täuschungen; z.B. zwei Geraden, die uns jedoch unterschiedlich lang erscheinen aufgrund der Pfeile an den Enden, die in unterschiedliche Richtungen zeigen. Würde man das Bild einem Ureinwohner des Regenwaldes zeigen, würde er sagen, die Linien seien gleich lang.
Wieso?
Weil er nicht so lebt wie wir. Unsere westliche Welt ist unglaublich mathematisch aufgebaut, jeden Tag benutzen wir die Mathematik (auch wenn wir es evtl. garnicht wollen. Das passiert vollkommen automatisch)! Die Räume, in denen wir leben, besitzen Ecken und Kanten. Seit unserer Geburt bekommt permanent unser Gehirn Informationen, die wir verarbeiten und wir entwickeln bzw. erlernen ein räumliches Denken, welches die Buschbewohner nicht erlernen können, wenn ihre Häuser beispielsweise rund sind.
Dementsprechend haben wir unterschiedliche Wahrnehmungen und da ist die Frage: Ist unsere Wahrnehmung richtig oder die der anderen?

Vielleicht kennt ihr das Phänomen, wenn ihr zwei schwarze Punkte auf einem Blatt habt und ihr das eine Auge schließt, mit dem Gesicht immer näher an der Blatt geht - der eine Punkt wird plötzlich verschwinden, obwohl er da ist!
Warum?
Weil wir einen blinden Fleck im Auge haben, wo der Sehnerv zum Gehirn gelangt.
Unser Auge kann ferner auch nur gewisses Licht mit bestimmten Wellenlängen sehen. Bestimmte Wellenlängen nehmen wir dann als Wärme wahr, manche können wir ohne Hilfsmittel garnicht wahrnehmen und dennoch existieren sie genauso wie der schwarze Fleck auf dem Papier, auch wenn wir ihn nicht sehen.

Dementsprechend wäre das erste Problem einer Wahrnehmung der "wahren Realität", dass unsere Organe garnicht so ausgebildet sind, dass sie alles erfassen können, was an Eindrücken auf uns wirkt.

Ist somit das, was wir wahrnehmen noch die "wahre Realität"?

Was ist mit den Phantomschmerzen nach einer Amputation?
In unserem Gehirn befinden sich Nervenzellen, die für etwas stehen. Z.B. haben wir welche, die für die Tastempfindungen unserer Hand stehen, weil wir die Hand immer wieder benutzen und durch die Benutzung bilden wir immer mehr Nervenzellen für die Hand aus. Wenn nun aber diese Hand fehlt, sind die Nervenzellen, die für die Hand stehen, immernoch da und wir glauben eine Hand zu spüren, die nicht da ist.

Es gibt sogar Versuche, wo man den Probanden suggerieren konnte, dass eine vor ihnen liegende Plastikhand ihnen gehören würde, obwohl sie wussten, dass dem nicht so war.

Demnach wäre doch das zweite Problem die Prägung und Manipulierbarkeit unseres Gehirns. Hinzukommt, dass das Gehirn uns praktisch Dinge suggiert, die nicht da sind (wie z.B. bei den optischen Täuschungen).

Das würde doch heißen, dass wir die Welt nicht erleben, wie sie ist - das können wir garnicht! - , wir erleben sie, wie wir selbst sind. Demnach müsste jeder seine eigene Realität haben. Dann würden auch Sendungen wie X-Factor keinen Sinn mehr machen, denn nur weil nicht alle in der Lage sind, z.B. eine tote Frau in einem Spiegel zu sehen, beudetet das nicht, dass dort keine ist.
Würde das nicht komplett die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion aufheben?


Und nun kommen ich zur Religionskritik. (Wen das nicht interessiert, kann einfach aufhören, hier zu lesen. ^.~)
Nun könnte man auch behaupten, es gäbe einen Gott, weil ja manche einen wahrnehmen können oder zumindest jenes glauben.
Da möchte ich mich zu aller erst auf den Psychoanalytiker Sigmund Freud beziehen.
Er gab an, dass der Gottesglaube eine vermeintliche Befreiung der menschlichen Unterlegenheit sei, da immernoch der kindliche Wunsch nach Autorität und Sicherheit bestünde. Der Gott übernimmt hierbei praktisch die Vaterrolle, der man alle Verantwortung übergeben kann. Das Innere wird also nach außen projeziert.

So ähnlich sehen es auch die anderen Religionskritiker wie Karl Marx, Ludwig Feuerbach und Friedrich Nietzsche.
Marx bezeichnete die Religion liebevoll als das Opium für das Volk. Es wird kollektiv eine Illusion geschaffen und weil sie eben von allen geträumt wird, "wird" sie zur "Realität".
Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt und gleichzeitig der allgemeine Trost- und Rechtfertigungsgrund für alles (Bezug zu Freud!). Die Religion ist also ein illusorisches Glück, welches (Das ist nun meine Meinung, oder auch Marx'?) den Menschen komplett unmündig macht! Wir übergeben die Verantwortung einem höheren Wesen, versuchen damit alles zu erklären und nennen uns dann auch noch aufgeklärt, sind es aber garnicht.

Ist Gott also wirklich nur eine Projektion unserer Selbst und somit ein Zeugnis unserer Unfähigkeit wirklich freien Denkens, wie es Platon anstrebte und gleichzeitig zu Lebzeiten negierte? Ich glaube, dass er der Ansicht war, dass die Seele nur zum freien Denken fähig sei, wenn sie von allen Einflüssen frei sei - also nach dem Ableben der menschlichen Hülle.
Dass niemand einen freien Willen hat, müsste klar sein. Wie könnten wir auch einen freien Willen haben, wenn wir an so viele äußere Einflusse gebunden sind?
Sowas wirklich erfassen zu können, stelle ich mir sehr kompliziert vor und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass jeder Mensch dazu in der Lage ist, weshalb man sich evtl. die Religion suchte, um sich einfach ein paar Dinge erklären zu können, es hinzunehmen und praktisch nach einer Sklavenmoral zu lerben, wie Nietzsche die Religion sie nannte. (Ich möchte  nicht sagen, dass ich hier alles in den Tiefen erfasst habe. Im Gegenteil - ich glaube, das ist nur die Nussschale auf dem riesigen Ozean.)

Und nun komme ich zu meinem praktisch letztem Punkt; die Aufklärung.
Vor mehreren Wochen habe ich einen Auszug aus dem Werk Die Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gelesen. (Um das wirklich zu verstehen, glaube ich, braucht man mehr als ein Gehirn oder muss einen unglaublichen Intelligenzquotienten besitzen. Wie die beiden sich ausgedrückt haben...wenn ich an das Lesen zurück denke, bekomme ich wieder Kopfschmerzen. xD)


Ich habe deren Werk so verstanden, dass wir garnicht aufgeklärt sind und es evtl. auch niemals sein werden.
Es verlief so:
Wir beobachteten ein Naturphänomen und erklärten es uns damals z.B. anhand von Göttern. Es gab Götter für den Wind und für das Feuer etc.. Wir hatten damals also naive, bildhafte Erklärungen für die Lebensvorgänge dieser Welt.
Durch die Aufklärung entzauberten wir die Welt. Wir nahmen uns die Furcht vor den Göttern (nun gut, nicht alle Menschen), wir setzen den Menschen als Herren ein und hatten an Stelle der Einbildung, es gäbe einen Gott, das Wissen. Dieses Wissen wird jedoch als Mythos angesehen von Horkheimer und Adorno.
Mythos ist Aufklärung.
Aufklärung ist Mythos.


Ab hier wird es echt kompliziert und ich kann es nicht mehr so genau in der Tiefe rekapitulieren.
Die beiden Philosophen kritisieren, dass wir das Denken verdinglichen und praktisch nur an der Oberfläche kratzen. Wir seien nicht in der Lage, die Dinge in ihrer Tiefe erkennen zu können.
Wir sehen ein Buch, aber das wirkliche Wesen des Buches können wir nicht sehen, nicht begreifen. Wir sehen die mathemathische Gestalt des Buches, wissen auf materieller Ebene, woraus das Buch besteht, aber das Buch sei eben nicht nur ein Ding aus Blättern, Tinte und einem Buchdeckel. Dahinter stecke viel mehr, was für uns unbegreiflich ist. (Vielleicht wird das im weiteren Verlauf des Werkes noch genauer erläutert. Das weiß ich jedoch leider nicht.)

Und da kommt mir wieder der Gedanke, dass es uns einfach garnicht möglich ist, das alles zu begreifen, weil unsere Organe nicht dafür geschaffen sind, weil unser Gehirn manipulierbar ist und evtl. auch unsere geistigen Fähigkeiten einfach nicht so weit reichen können.

Was ist nun real?
Ich denke nicht, dass wir das in naher Zukunft heraufinden können. Wie auch, wenn jeder seine eigene Realität hat? Die einen haben ihre Religion und akzeptieren wohl einfach, dass Gott alles so haben wollte, wie es nun ist. Die anderen sind auf der ewig währenden Suche nach der Wahrheit.
Die Menschen, die diese Disziplin haben und sich diese Suche als Lebensziel gesetzt haben, bewundere ich irgendwie.

Over and out.~

Kommentare:

  1. Serial Experiments Lain....
    Realität ist was wir aus ihr machen... Könnte man meinen.
    Wenn da nicht die Laune der Natur wäre.

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  2. Sehr interessante Gedankenspiele... besonders, das sie von einem neutralen sehr angnostisch betontem Denken geleitet sind :D

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