Der Sinn des Lebens?

Heute wurde ich angeschrieben und gefragt "Was ist der Sinn des Lebens?" und ich dachte sofort "Es gibt doch garkeinen.", und dies sind meine Gedanken dazu...

Der allbekannte Sinn des Lebens. Alle suchen ihn, alle wollen ihn haben. Aber ich frage mich immer wieder "Warum?". Warum suchen die Menschen so verzweifelt danach? Bedarf es einem größeren Sinn im Leben, um zu wissen, weshalb man lebt?
Muss ich wirklich einen Grund haben, der über allem steht und praktisch mein Leben legitimiert?
Was macht im Leben überhaupt Sinn? Gibt es solch einen Sinn überhaupt?

Ehrlich? Ich weiß es nicht. Niemand kann es wirklich wissen. Aber mittlerweile habe ich mich einfach nur mit gewissen Dingen abgefunden und ich finde, dass es sich damit eigentlich sehr gut lebt.

Es gibt meiner Meinung nach keinen Sinn des Lebens. Wer wird sich in 100 Jahren daran erinnern, was ich hier schreibe? Also welchen Sinn hätte es, diese Frage zu beantworten, außer, dass ich hiermit die Frage der fragestellenden Person beantworte? Natürlich keinen. Es wird gewiss irgendwann in Vergessenheit geraten; wir werden gewiss irgendwann vergessen sein. Dagegen kann man nichts tun, aber es macht dem Menschen Angst. Viele haben Angst, bedeutungslos zu sein, aber das ist niemand, wenn man sich vom großen Ganzen trennen kann und auf das Wesentliche blickt.

Ich stell mich jetzt auf die Straße und mache Seifeblasen!
Sinnfrei? Wahrscheinlich, wenn ich dieses Handeln im Bezug zum großen Ganzen setze, aber wenn ich daran denke, wieviel Spaß und Freude dieses Handeln einem ermöglicht, macht das unglaublich viel Sinn.
Und das ist für mich der Punkt, wo ich mir sage, es gibt keinen Sinn des Lebens, aber für jeden Lebensabschnitt gibt es einen Sinn. Ich will mich nicht in Relation zum großen Ganzen setzen, weil das sowieso ein unrealistisches Maß wäre.
Es reicht doch, wenn ich mich auf mich selbst oder zumindest auf mein direktes Umfeld beschränke.

Dieses große Ganze... ist da vielleicht der allwährende Wunsch, gottesgleich zu sein und sich über alles erheben zu können? Ist es der Wunsch, die ganze Uhr zu sein, anstatt nur ein austauschbares Zahnrad? Und wenn es dieser Wunsch ist, ist es genau jener, der soviele unglücklich macht?


Es ist mir egal, ob man in 100 Jahren noch an mich denkt. Das, was ich jetzt tue, das tue ich für mich bzw. für mein direktes Umfeld und einzig allein das erscheint mir auch wirklich sinnvoll.
Und diese Gewissheit, dass alles vergänglich ist und dass alles im großen Ganzen vollkommen sinnlos ist, lässt das momentan Erlebte soviel intensiver erscheinen; man kann es soviel besser genießen. Aber vielleicht ist ja auch das der Sinn des Lebens? Erkennen, dass es vielleicht garkeinen gibt und dennoch ein schönes und erfülltes Leben zu haben.


Das ist meine Ansicht; manch einer wird das gewiss anders betrachten. Und ich verabschiede mich mit folgendem Zitat:



When I was 5 years old, my mom always told me that happiness was the key to life. When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up.
I wrote down 'happy'.
They told me I didn't understand the assignment and I told them they didn't understand life.

Kommentare:

  1. Und wieder kann ich mich in so gut wie allem anschließen. Der Wunsch doch unendlich zu sein, der immerwährend wiederkehrende Wanderer durch Zeit und Raum zu sein, der wird aber wohl in uns allen immer weiterleben. Denn der ist wohl Gefühlssache, das was du hier beschreibst ist eher Kopfssache und leider ist es einem nicht jederzeit bewusst..es sei denn man macht es sich bewusst. Und eines ist klar und wird wohl immer so sein: Der Moment zählt und der Weg ist das Ziel. Alle anderen warten nur immerzu auf etwas was nie eintritt, wie der Einzug ins Paradies nach dem Tod.

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  2. Da gibt es soviele tolle Onkelz Lieder darüber ;)

    Naja mein Sinn im Leben besteht darin, dass ich nur darauf warte bis die Menschheit zugrunde geht.
    Wenn dies nicht bis zu meinem Ende geschieht habe ich eben pech gehabt.
    Bitte Michael nicht übel nehmen, meine Einstellung is eben ein wenig die Hooby-Misanthropie.
    Warum werde ich hier nicht sagen ^-^
    Es reicht wenn Sakura es weiss.

    Cheers Windi

    Ps: Es darf ruhig ein bisschen mehr sein, denn zuviel ist nicht genug!

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  3. Ich verstehe diese Einstellung sehr gut, ich war (und bin) da auch noch zum Teil so. Es ist für mich auch eine "schöne" Vorstellung dieses Ende vielleicht miterleben zu können.
    Aber wie du sagtest, das wird wohl ein Wunsch bleiben und ich hoffe das du in deinem Leben auch ab und an immer wieder "kleine" Sinne des Lebens entdecken kannst.

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  4. Warum denkt der Mensch über den Sinn des Lebens nach?
    Innerhalb der Tierwelt ist er da eine Ausnahme. WIe eigentlich bei so Vielem.
    Führen Tiere Kriege? Nein. Es gibt zwar Territorialkämpfe, Kämpfe um Nahrung, Wasser, Weibchen, was auch immer; das ist in der Natur jeder "höheren" Lebensform. Aber die reduzierung des Krieges auf ein Abstraktum, was darin gipfelt, dass man nur noch Krieg um des Krieges willens führt, oder weil es immer schon so gewesen ist, dazu bedarf es einen Menschen.
    Erzählen sich Tiere Geschichten? Man weiß es nicht. Je höher entwickelt das Bewusstsein eines Lebewesens ist, desto höher ist wohl die Wahrscheinlichkeit dazu, dass eine Geschichte erzählt wird. Verdammt, selbst Bienen Erzählen die Story über die besten Futterplätze. Aber gehen diese dann in die Annalen des Bienenstocks ein? Sind die Geschichten so emotional, dass ein guter Bienentänzer den Rest des Stocks in Rage oder Freudentaumel versetzen kann? Man weiß es nicht, ich bezweifle es.
    Sind Tiere sich selbst bewusst? Darüber Streiten isch bis heute noch die Gelehrten; die momentan vorherrschende Meinung ist: nein, dass ist ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen, dass er denkt, was er denkt, dass er denkt, worüber er denkt, dass er denkt: ich denke, also bin ich.

    Was macht einen Menschen also aus? Was sind seine besonderen Eigenschaften? Er hat keine Krallen, welche ihn sich gut verteidigen lassen. Keine Feste haut zum Schutz gegen Witterung und Feinde. Keine sonstigen körperlichen Besonderheiten; selbst der aufrechte Gang ist bei manchen Affenarten beinahe zu sehen. Nein, dass besondere des Menschen ist die Gabe, Geschichten zu erzählen und weiter zu geben, Geschichten, welche häufig jenseits der Realität sind, Geschichten, welche mehr Emotionen als Fakten übertragen; in die Zukunft zu schauen, um sich zu entscheiden, welche Aktion die bessere wäre, um dann die bessere zu wählen; sich selber bewusst zu sein, und reflektieren zu können, was er gerade denkt; und die Frage zu stellen, warum das eigentlich alles so ist.

    Warum denkt der Mensch über den Sinn des Lebens nach? Weil er es kann. Ob zum Guten oder Zum Schlechten.

    Ich gebe zu, ich habe zuviel "Gelehrten der Scheibenwelt" gelesen :D

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