Eine Tee-Fahrt oder wie ich dem Wiesel entkam

Diejenigen, die meine Kommentare auf meinem Youtube-Kanal lesen, werden evtl. ebenfalls gelesen haben, dass Flint mich darum gebeten hat, ihm einen Vanilla Chai Latte vorbeizubringen inkl. bunter Schirmchen. Hier werde ich euch von meiner abenteuerlichen Reise berichten, die definitiv abenteuerlicher wurde, als erwartet.

Als mich die Nachricht am 19.01.2011 erreichte, war mir sofort klar, dass ich keine Zeit verlieren dürfe, da der 13. Tag des 13. Monats nur an Abenden des Vollmondes erreichbar sind. So ist am 19.01.2011 um 22:21:24 Uhr Vollmond. Da ich Flint nicht einen Monat warten lassen wollte, packte ich sofort meine Sachen.

Ich rannte sofort in die Küche, kochte den Vanilla Chai Latte und füllte ihn in die Thermoskanne von Horst Fuchs. Wie ihr bestimmt wisst, sind die Küchengeräte von Horst Fuchs von unschlagbar guter deutscher Qualität, weshalb diese Thermoskanne Heißgetränke mehrere Tage warm halten kann! Dann spurtete ich drei Treppen nach oben, um noch meine Ohrenschützer in Katzenform aus meinem Schrank zu holen. Da Katzen und Wölfe Erzfeinde sind - da die Wölfe schließlich mit dem Hund verwandt sind - würde sie mich vor deren Geheule schützen. Aus der obersten Schreibtischschublade holte ich die altägyptische Sternuhr, die mir mein Großonkel 34. Grades vermachte, bevor er sich selbst beerdigte. Dann zog ich meinen langen Mantel und meine Stiefel mit den Stahlkappen an. Wie vielen bekannt sein dürfte, tritt der Galaktika-Maru gerne anderen Lebewesen auf die Füße, was für mich natürlich fatale Folgen hätte. Wie könnte ich es je rechtzeitig zu Flint schaffen, wenn ich kaputte Füße hätte?
Ich hatte das Zimmer schon fast verlassen, da fiel mir ein, dass ich ohne eine Waffe die Reise niemals überleben würde. Also holte ich das Messer von Alice, welches sie mir schenkte, aus meinem Kartenkoffer. Im Übrigen fehlt dort allen Herzköniginnen der Kopf.


Da ich nun alles beisammen hatte, verließ ich das Haus und lief los in nord-südliche Richtung, um zum Niemandsland zu gelangen. Doch der Weg stellte sich als schwieriger heraus als anfangs gedacht. Aufgrund des Tsunamis von letzter Nacht, begann der Boden sich aufzulösen und immer noch regnete es wie aus riesigen Eimern. Aber das hinderte mich nicht am Vorankommen! Doch plötzlich hielt ich inne... der heftige Regen erschwerte zwar meine Sicht, unentwegt liefen mir Regentropfen in die Augen, doch konnte ich ihn erkennen. Es gibt ihn also wirklich! Er ist der Pilz golden strahlt und ein Anti-Uwe-Boll-Schild in der Hand hält. Ich war so glücklich, ihn endlich zu sehen, dass ich Tränen in den Augen hatte, die jedoch niemand hätte sehen können.

Plötzlich erschrak ich. Ich hatte vergessen, zu Kaufland zu gehen, um die Schirmchen zu holen!
„Nein...nein! NEIN!“ Ich fluchte wie wild.
Es gab jedoch eine Möglichkeit, dennoch an die Schirmchen heranzukommen – das Origamifeld. Ich holte meine altägyptische Sternuhr aus meiner Manteltasche hervor und hob sie gen Himmel, sodass sie deckungsgleich mit dem Auge des Großen Bären war. Somit konnte ich die Position des Feldes ausfindig machen und rannte in west-östliche Richtung einen Feldweg entlang. Der Regen hörte auf und es stellte sich ein angenehmer Patchouliduft ein. Ich war verwundert, woher jener kam, doch ich lief weiter, bis der Weg plötzlich zu leuchten begann. Am Wegesrand wuchsen blau leuchtende Blumen. Sie waren wunderschön anzusehen und gerne hätte ich welche gepflückt, aber mir blieben lediglich 90 Minuten Zeit, um zu Flint gelangen zu können, weshalb ich weiterlief. Die Blumen wurden weniger und schließlich erreichte ich das Feld. In dessen Mitte saß ein alter, langbärtiger Mann auf einem Stock, ich blieb stehen und blickte ihn an. Er blickte zurück und ich sah in seine gläsernen Augen, weshalb ich glaubte, dass er mich nicht sehen könne. So wendete ich mich von ihm ab und durchsuchte das Feld nach den Schirmchen. Ich konnte Kraniche finden, Frösche, Darumas, Kisten, Goldfische, Frühlingsrollen, aber keine Schirmchen. Verzweifelt rannte ich das ganze Feld ab, doch ich fand kein Schirmchen. Da stieg der alte Mann von dem Stock, schaute zum Himmel und sprach:
„Das Gemüt einer Frau ändert sich so leicht wie die Augen einer Katze.“
Ich verstand nicht und blickte ganz verwirrt drein. Doch da reichte er mir eine kleine Box. Ich öffnete sie und fand darin drei kleine Schirmchen. Bevor ich mich mit einem Lächeln bedanken konnte, war der alte Mann verschwunden.

Da ich nun die Schirmchen hatte, konnte ich wieder meines Weges laufen in Richtung Niemandsland. Dieses Mal nahm die Abkürzung an den Fischteichen vorbei. Zum Glück war es nachts und die Fische schliefen; sonst hätte das eine ganz unangenehme Angelegenheit werden können.

Und da stand es – das große Schild mit der Aufschrift „Welcome to Silent Hill Niemandsland!“ Der aufkommende Nebel lies mich erzittern, doch ich musste weiter und setze meine Ohrenschützer auf. Die Wölfe dürften nicht weit sein. Während des Monats der Sirenen sind sie keine Gefahr für Menschen, wenn man von deren Geheule absieht. Zu der Zeit gehen die Wölfe nämlich nicht jagen, sondern kopieren den Sirenengesang, um ihre Opfer anzulocken – der konnte mir jedoch nichts weiter anhaben. Abermals holte ich die altägyptische Sternuhr hervor, um die Lynch-Street zu lokalisieren. Jener folgte ich, bis ich zu einem Spielplatz gelangt, wo sich der Galaktika-Maru befand, um ein neues Sternentor zu errichten. Zum Glück bemerkte er mich nicht und ich konnte mich an ihm vorbei schleichen. Ich konnte leider nicht viel erkennen, aber Portale „verheißen nie etwas gutes“, lehrte man mich.

Hinter dem Spielplatz gelangte ich zum Pilgerpfad der tausend vergessenen Seelen. Ab hier wurde es gefährlich! Der Pfad war düster und schimmerte unheimlich. Bäume verdeckten den Himmel, von deren Ästen hingen Pflanzenfasern und in den Büschen versteckten sich kleine Männchen, die seltsam ihren Kopf schüttelten. Langsam aber sicher schritt ich voran und blickte mich stetig um. Überall könnte das Wiesel lauern! Nach ungefähr 100 Metern gelangte ich zu einer Wegeskreuzung, jedoch gaben keine Schilder an, in welche Richtung ich gehen müsste und meine altägyptische Sternuhr konnte ich nicht benutzen, da der Himmel verdeckt war.
Doch da hörte ich jemand leise meinen Namen rufen. Ich drehte mich um, jedoch erblickte niemanden. Das Flüstern hörte nicht auf, also ging ich den Weg ein wenig zurück, um es lokalisieren zu können. Da sah ich ein Licht aus einer Höhle eines Baumes, wo ich hineinblickte. Darin sah ich eins dieser seltsames Männchen; es flüsterte immer noch meinen Namen.
„Ja, die bin ich. Doch woher kennst du meinen Namen? Und was möchtest du von mir?“, fragte ich das Männchen ganz verwundert. Dann begann es zu kichern. Es war ein ganz unheimliches Kichern.
„Ich bin das Wiesel!“, lachte es und ich erschrak. Flint hatte mich davor gewarnt und nun war ich in dessen Falle getappt! Sofort fragte ich mich, was MacGyver tun würde, um aus dieser brenzligen Lage zu entkommen. Hinter mir entdeckte ich eine Laterne. Unverzüglich entnahm ich meine linke Kontaktlinse, hielt sie zwischen die Laterne und das Versteck des Wiesel, um das Licht zu bündeln, sodass der Ausgang des Verstecks in Flammen aufging und das Wiesel mir nicht folgen konnte.
Ich rann, ohne zu gucken, wohin ich eigentlich rannte – ich musste einfach nur weg!

Ohne es bemerkt zu haben, fand ich mich auf dem 587 Highway to Riddle wieder. Nun könnte ich euch von allen Rätseln berichten, doch würde ich das tun, würde sich das Geschriebene ins Unermessliche steigern und würdet ihr dann den Text ausdrucken und das Papier stapeln, so wäre der Haufen noch viel größer als der Schicksalsberg von Mordor!
Nachdem ich also die Rätsel alle löste, begegnete ich dem Wächter des Pfades der Tugend, der mich bei 12 weiteren Prüfungen begleitete. In diesem Falle habe ich mich dem Wächter mithilfe eines schriftlichen Vertrages verpflichtet, niemanden von den Prüfungen zu berichten, sodass niemand mit irgendeinem Vorwissen diesen Pfad betreten würde, um zur wahren Tugend gelangen zu können. Doch so möget ihr euch eine Sache merken: Tugend besteht nicht aus der Abwesenheit der Leidenschaften, sondern in deren Kontrolle; so verehret das nasse Brot!

Am Ende des Pfades zeigte der Wächter in die Richtung des Kaninchens; mein letztes Hindernis was der Spießrutenlauf, wo ich mich meinen größten Ängsten zu stellen hätte. Ich hatte nicht im geringsten eine Ahnung, was mich erwarten würde, doch um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, lief ich los bis ich zu einer Lichtung gelang. In dessen Mitte stand ein Tisch, darauf ein Kuchen. Es war ein Schokoladenkuchen, garniert mit Sahne und Erdbeeren; darauf mittig eine brennende Kerze. Wer würde denn auf einer Lichtung einen Kuchen stehen lassen? Irgendwas war merkwürdig an diesem Ort und so blickte ich mich um. Die Bäume, die die Lichtung eingrenzten, waren mit roter Schrift beschrieben:
„The cake is a lie. The cake is a lie. The cake is a lie. The cake is a lie. The cake is a lie...“
Wie...konnte das nur sein? Aber...der Kuchen...er stand doch direkt vor mir? Wie kann er eine Lüge sein? Ich schritt langsam zum Tisch und wollte den Kuchen berühren, doch ich griff durch ihn hindurch. Sofort zog ich meine Hand zurück und schaute sie verwirrt an. Ich verstand es einfach nicht. Ich sah den Kuchen eindeutig vor mir, aber er war nicht greifbar.
„Vertraue mir, nur mir! Kssss...“, hörte ich es hinter mir, drehte mich blitzschnell um und schrie: „Kobra!“
Ich rannte sofort weg.
Wieso konnte ich einen Kuchen sehen, den es nicht gab. Und wieso konnte ich eine Kobra sehen, wenn doch einzig und allein die Ente der Wahrheit entsprach? Meine Welt brach zusammen, doch ich rannte weiter, da mir nur noch 30 Minuten verblieben.

Ich ließ die Bäume hinter mich und lief über ein weites Feld. Der Mond und die Sterne leuchteten am Himmel und endlich gelang ich zum Fuß des Nebelgebirges. Ich war meinem Ziel so unglaublich nah!

Es gab nur einen Weg, der hinaufführte; also folgte ich ihm. Der Weg war gepflastert mit Kieselsteinen, ab und an sah ich einen verdorrten Dornenbusch und die Temperatur sank stetig, sodass es unerträglich kalt wurde, doch ich musste weiter und Flint den Vanilla Chai Latte mit den Schirmchen vorbeibringen! Nachdem ich mich geschätzte 269 Meter über dem Boden befand, gelangte ich zu einer kleinen Ebene, wo ich kurz rasten und mich umschauen wollte.
Flint schrieb mir etwas von einem Erzdämon, dem ich bisher jedoch nicht begegnet bin, aber ich habe auch leider nicht das Amulett erlangt, welches mir im Kampf helfen sollte. Umso besser wäre es, den Dämon nicht anzutreffen. Ich fragte mich, wo ich das Amulett hätte finden können. Hätte ich der Kobra vertrauen sollen?
Und während ich weiter in meinen Gedanken versank, begann die Erde unheilvoll zu beben...


To be continued...

Kommentare:

  1. Oh man, ich bin gefesselt. Ich ahnte schon das Flints Bitte ein knackige Herausforderung wird. Jetzt brauch ich ein Bier, oder zwei, oder...

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  2. Du schreibst echt genial, besser als die meisten SchriftstellerInnen die es so gibt :D
    Bin gespabbt auf Teil 2^^

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