Re: AKWs etc.

Primär @ TheBloodiac, aber auch an alle anderen:

Klar gibt es überall Proteste, weil es grad cool ist. Ich war auf einer von den Mahnwachen am Montag vorletzter Woche. Da kamen die Eltern an und ließen ihre Kinder Parolen schreien und Plakate tragen, wobei die kleinen doch gar nicht wissen können, was sie da eigentlich tun. Ich finde es richtig, wenn man seine Kinder über alles aufklärt, aber sie praktisch dazu benutzen, um zu zeigen
Hey, AKWs sind scheiße und seht; mein Kind sieht es auch so!
finde ich einfach nur widerlich! Erziehung, Aufklärung etc. finde ich wichtig und richtig, aber was hat ein Kindergartenkind auf solch einer Demo zu suchen? Ich finde das unverantwortlich, zumal man nie weiß, wie sowas ausarten kann, insbesondere wenn genügend Betrunkene anwesend sind.

Was ich auch total traurig fand:
AKWs sind scheiße! war das Hauptargument der normalen Teilnehmer der Mahnwache als auch das Hauptargument der Mitglieder von greenpeace, Robin Wood u.a., die sich halt für die Abschaltung der AKWs einsetzen.
Es wird nicht darüber aufgeklärt, was sie so gefährlich macht und warum sie aber momentan noch zugleich unglaublich wichtig für uns sind. Jetzt wollen sie die AKWs abschalten, aber sobald die Menschen merken, dass alternative Energien momentan noch teurer sind als Konventionelle, ist das Geheule wieder groß.
Wenn die Menschen wirklich keinen Strom von den AKWs haben wollen würden, könnten sie alle ihren Stromanbieter einfach wechseln! Wenn wir keinen Strom aus den AKWs beziehen, nehmen wir der Atomlobby ihr Geld und somit ihre Existenzgrundlage.

Dabei gibt es aber folgende Probleme:
- Wääääh, keine Lust, den Anbieter zu wechseln. Zu anstrengend.
Was aber alles andere als kompliziert ist. oO Insbesondere im Zeitalters des Internets.

- Es ist zu teuer.
Das kann ich bei den Haushalten verstehen, die grundsätzlich ein relativ geringes Einkommen haben.

Und ihr könnt mich da gerne für...'paranoid' halten, aber ich sehe auch die Regierung als Problem an, denn an sich sollte es klar sein, dass nicht das Volk sondern vorallem die Lobbyisten regieren.
Und wäre ich ein Atomlobbyist, würde ich den einflussreichste Politikern genug Geld zahlen, damit hier und da ein paar Hebel in Gang gesetzt werden, damit wir weiterhin von den AKWs abhängig bleiben. Es kann natürlich auch sein, dass die Firmen Outsourcing betreiben und wir dann tatsächlich einfach den Strom aus den Nachbarländern beziehen, aber damit verdienen doch nicht die Länder das Meiste sondern die Firmen an sich, oder?
Also ab ins Ausland, wo man sich noch keine Jodtabletten und Geigerzähler kauft.
Kurz: Es ist einfach furchtbar undurchsichtig, was da oben für Prozesse eigentlich ablaufen, der Bürger wird entsprechend geblendet und bekommt nicht das mit, was er wissen müsste, um für ihn wirklich passende Wahlentscheidungen zu treffen.

Richtig, ob solch ein AKW in Frankreich oder Deutschland hochgehen würde, wäre relativ egal, weshalb es an sich eine europaweite Lösung geben müsste.
Jedoch muss ich dir ein wenig widersprechen, Chris: Es gibt Alternativen, auch wenn die so ihre Tücken haben. Offshore-Anlagen und Windräder können eine drastische Veränderung des Ökosystems bewirken, in dem sie sich befinden.
Aber was ist mit Solaranlagen? Was wäre, wenn wir auf jedem Dach Deutschlands sowas stehen hätten? Wir müssten nur noch einen Weg finden, diese Energie zu speichern für Tage, an denen die Sonne mal nicht so sehr scheint. Soweit ich weiß, bezieht Schweden seinen kompletten Strom aus erneuerbaren Energien. Gut, Deutschland ist nicht Schweden, aber ein kompletter Umstieg ist gewiss möglich, aber momentan einfach noch furchtbar teuer.
Und ich denke, dass Kohlekraftwerke schon längst der Vergangenheit angehören müssten. Chris, du hattest dich dabei auf den CO2-Ausstoß bezogen. Fleischesser produzieren auch Unmengen an CO2. Unsere lieben Autos auch. (;
Aber es ist bequem. Es ist einfach nur bequem, in einer Situation zu verharren, bis sie eskaliert. Aber bis es so weit ist, trösten wir uns mit anderen Dingen. Mit Eisbären zum Beispiel... ich habe damals Knut auch in Berlin gesehen, weil mein Exfreund mich dazu genötigt hat, aber ich war nicht traurig darüber, dass er starb. Ich sehe es eher als Erlösung an, weil Tiere einfach nicht in einen Zoo gehören.
Würde man uns Menschen in einen Zoo stecken, würde uns das Lachen vergehen.
Irgendwie verändern wir unsere Welt zu sehr, anstatt mit ihr im Einklang zu leben...

Kommentare:

  1. Huhu Sakura,

    ich habe gehört, daß Schweden einen Teil seines benötigten Stroms aus Holzabfällen gewinnt. Bestimmt von IKEA. Was ich sehr richtig finde. So hat der Holzabfall einen guten Nutzen, besser als in einfach wegzuwerfen. Ob Schweden nun den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien gewinnt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. So ein Konzept bei uns umzusetzen stelle ich mir aber ungleich schwerer vor als in Schweden, schon allein weil unser Energiebedarf sehr viel höher ist. Schweden hat knapp 10 Millionen Einwohner und wir knapp 82 Millionen. Nehmen wir an wir bestücken jetzt jedes Haus in Deutschland auf dem Dach mit Solarzellen. Es würde mich sehr interessieren wieviel Prozent von unserem Energiebedarf das abdecken würde. Wenn wir nun alles zusammenrechnen was wir aus alternativer Energie herausholen könnten glaube ich gefühlsmäßig nicht , daß es genügen würde unseren gesamten Bedarf zu decken. Ich kann mich natürlich auch täuschen. Ein Lösungsansatz könnte natürlich sein, daß wir alle unseren persönlichen Energiebedarf drosseln. Kein Elektrogeräte mehr auf Stand-by lassen beispielsweise. Ich glaube das allein ist schon ein Faktor, der täglich Unmengen an Strom unnötig verbraucht.

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  2. Was Off-Shore Anlagen betrifft. Ich finde diese Energiequelle an sich sehr innovativ und zukunftsweisend. Aber als ich vor einiger Zeit einen Bericht über diese Anlagen im Fernsehen gesehen habe, habe ich mich unweigerlich gefragt ob diese Anlagen nicht auch eine Schattenseite haben. Diese besagte Anlage, mit ich glaube 6 Windrädern, stand genau an der Nordeeküste an einer von vielen Touristen frequentierten Stelle. Ich musste mir unweigerlich die Frage stellen, ob diese Anlage nicht schädlich für den Tourismusbetrieb in dieser Gegend ist. Ich könnte mir vorstellen, daß es für so manche Touristen abschreckend sein könnte für viel Geld in Urlaub an die Nordsee zu fahren, um dann am Strand zu liegen und sich dann die nicht sonderlich ästhetischen Off-Shore Anlagen ansehen zu müssen. Sollte das der Fall sein, würden dann die Hotelbesitzer, Gastronomie usw. geschädigt werden wenn die Gäste dann ausbleiben. Vielleicht sehe ich das zu drastisch, möchte ich ja nicht ausschließen. Ich könnte es mir aber ohne Weiteres vorstellen. Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht über Anlagen gesehen, die unter Wasser durch die Meeresströmung Strom gewinnen. Das fand ich eine geniale Idee. Vom Strand aus nicht zu sehen, stört niemanden usw. Bliebe halt nur die Frage, ob dadurch die Meeresfauna irgendwie gestört werden könnte.

    Ja Du hast recht, daß auch andere Faktoren CO2 erzeugen und ich weiß auch nicht genau wieviele Kohlekraftwerke in Deutschland noch in Betrieb sind, aber ich finde es nur generell etwas übetrieben, daß wir uns ständig Vorwüfe machen, wir würden die Umwelt schädigen, während beispielsweise China überhaupt keinen Umweltgedanken hegt. Da wird alles ungefiltert in die Luft und in die Flüsse gejagd und das ist bei der Einwohnerzahl so einiges. Rund 80% der weltweit hergestellten Kinderspielzeuge stammen aus China. Da kann man sich vorstellen was da täglich an chemischen Abfällen produziert wird. Wie diese "entsorgt" werden ebenfalls. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, daß Deutschland weltweit mit ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz ist und trotzdem suchen wir noch ständig nach Mängeln, während andere nicht einen Gedanken an Umweltschutz verschwenden. Die Amerikaner genauso mit ihren benzinschluckenden Riesenautos. So lange beispielsweise China sich nicht ändert sind unsere Bemühungen global betrachtet nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Vielleicht sehe ich das auch einfach nur zu negativ. :)

    Wie Du über Zootiere denkst, das sehe ich ganz genau so. Ich finde wenn die Zukunft des Eisbären oder einer anderen vom Aussterben bedrohten Tierart darin liegt irgendwann nur noch künstlich in Zoos zu existieren, würde ich es besser finden, sie in Würde aussterben zu lassen. So hart wie das jetzt vielleicht klingen mag. Meine Einstellung Zoos gegenüber ist ohnehin etwas ambivalent. Einerseits sehe ich das viele Tiere da offensichtlich krank und verhaltensgestört sind und das es falsch ist was da gemacht wird, aber andererseits ist meine Sichtweise auch durch viele schöne Kindheitserinnerungen verklärt. Mittlererweile tendiere ich aber dazu Zoos negativ zu sehen. Daß man in Zoos nicht gehen sollte wenn man Tiere liebt. Mir tut es im Herzen weh wenn ich die Affen sehen muß, wie sie stundenlang wie in Trance nur von einem Ende des Geheges zum anderen hin und her laufen. Ich war auch schon seit Jahren in keinem Zoo mehr. Was Tiere betrifft hab ich sowieso viel zu nah am Wasser gebaut, besonders wenn es um Katzen geht. Bestimmt weil ich von frühester Kindheit mit Katzen aufgewachsen bin . :)

    Liebe Grüße

    Chris

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