Wenn man es wirklich kennt, zelebriert man es nicht.

Die Leute, die mir auf Twitter folgen, dürften es schon mitbekommen haben - vor ein paar Tagen verlinkte ich ein Video von einer gewissen Anna Blue, die von ihren Herzschmerz sang und sich so furchtbar alleine fühlt, weil sie wohl nicht bei ihrem Geliebten sein kann. Ihr Geliebter ist wiederum Damien Dawn, der eigentlich genau so aussieht wie Edward aus der Biss-Reihe, nur dass Damien nicht glitzerte.
Wie dem auch sei, alles schön und gut, wenn einem solche Musik gefällt. Was mir allerdings missfiel, waren die ganzen Kommentare unter dem Anna Blue-Video, wo Jugendliche über ihr schreckliches Leben klagten und meinten, wie depressiv sie seien und das in einer Schreibweise ausdrückten, die ich irgendwie kein bisschen ernst nehmen kann.
Als ich vor ein paar Wochen mit einem Freund in Hamburg unterwegs war an einem Samstag, der warum auch immer hier als Emo-Tag angepriesen wird, befanden wir uns vor der Wandelhalle, neben solch einer Szene-Gruppe. Der erste bizarre Moment war jener, als man meinen Freund und mich fragte, ob wir Rasierklingen haben wollten. Wir sahen kein bisschen nach Szene-Emos aus, sondern saßen lediglich dort in der Nähe - also ernsthaft Leute, was ist hier los?!
Der zweite bizarre Moment war, als diverse junge Mädchen sich zur großen Gruppe gesellten, wovon eine stolz ihren aufgeschnittenen Arm zeigte. Erst letztens bekam ich mit, dass teilweise wohl SVV zum Szene-Leben dazugehört, um dort anerkannt zu werden.
Wenn dann noch große Youtuber angeben, sie waren zwei Monate depressiv, weil ihre Beziehung in die Brüche ging, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Zuerst: Was ist mit der heutigen Jugend los, dass sie das SVV auf solch eine Art zelebrieren?! Es bezieht sich ja nicht nur auf die Emo-Szene, sondern auch teilweise auf die Gothic-Szene. Ich will und werde nicht alle in die selbe Schublade stecken, weil gewiss nicht alle Mitglieder dieser Szenen solch ein Gedankengut verbreiten; dies richtet sich lediglich gegen diejenigen, die es auch tun. Wenn ich sowas sehe, wundert es mich kaum noch, wenn dann solch überzogenen Berichte über Emos im Internet und Fernsehen zu finden sind. Was mich aber noch weniger wundert ist, wenn man Menschen, die wirklich Probleme mit SVV und Depressionen haben, gar nicht mehr ernst genommen werden, wenn man primär zu sehen bekommt, wie junge Menschen solche zelebrieren, sie zum Trend werden. Denn die Menschen, die wirklich Probleme haben, tragen das nicht in solch einer Art und Weise nach außen, sondern versuchen es zu verstecken - und es wird evtl. sogar gravierender, wenn die Gesellschaft ein vollkommen verqueres Bild von SVV und Depressionen im Kopf haben. Solche Dinge werden nicht zelebriert - sie zerfressen einen.





Quelle: Tumblr



Die Jugend muss aufhören, sowas als Trend anzusehen. Ich kann es nicht ernst nehmen, wenn Menschen sagen, sie seien depressiv, weil eine Beziehung in die Brüche ging - denn eine Depression hält für gewöhnlich keine zwei Monate an; sie beginnt langsam und schleichend und zieht dich nach und nach immer mehr runter, und hat oftmals mehr Gründe als eine kaputte Beziehung. Dass es einem nach einer zerbrochenen Beziehung nicht gut geht, ist natürlich klar - aber angeben, man sei depressiv?!
Jenes ist so ein starkes Wort und ich glaube, dass viele Menschen, die es für sich benutzen nicht ansatzweise wissen, was dies genau bedeutet.
Ich weiß, dass jeder seine eigenen psychischen Grenzen hat, das eine mag für jemanden weniger schlimm sein als für wen anderes, aber ich halte es für falsch sich auf die selbe Stufe mit den Leuten zu stellen, die beispielsweise auch wirklich als depressiv diagnostiziert wurden.

Ich kann und werde diesen Trend nie verstehen, der besagt, es sei toll, psychisch krank zu sein. Selbst wenn das Resultat Aufmerksamkeit sein sollte, werden damit so viele Menschen da draußen nur verhöhnt und lächerlich gemacht und das darf einfach nicht der Preis dafür sein.
Das wollte ich jetzt mal los werden. Vielen Dank für's Lesen und vielleicht kommt euch die ein oder andere Situation bekannt vor? Falls ja, hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Over and out.~

Monster [Anime]

Ich werde so oft gefragt, was mein Lieblingsanime sei - "Monster" ist definitiv einer von ihnen!

Die Geschichte beginnt in den 80er Jahren in Deutschland. Nach einem Break geht es Ende der 90er weiter, und spielt weiterhin komplett in Deutschland, kurz auch in Tschechien und handelt vom Arzt Dr. Tenma, der am Anfang seiner Karriere einen großen Fehler beging und versucht, ihn wieder rückgängig zu machen.

Der Anime umfasst 74 Folgen; ist also nichts, den man zwischen Tür und Angel gucken könnte, aber das würde dem auch nicht gerecht werden, weil die Geschichte so unfassbar gut inszeniert ist, die Charakterentwicklung ist grandios und inhaltlich werden so viele Ebenen unseres Lebens angesprochen. Und nach und nach entfaltet sich eine tragische Geschichte zweier Kinder, die einen einfach in seinen Bann zieht.
Ferner finde ich es total toll, dass er praktisch komplett in Deutschland spielt und man praktisch jeden Ort, der vorkommt, schon kennt und auch zum Teil die damalige gesellschaftliche und politische Situation hier im Lande wiederspiegelt.

Ich möchte hier nicht zu viel verraten, nur dass dieser Anime absolut sehenswert ist, wenn man lange, ausführliche Geschichten mag, die viel Tiefgang haben.

Falls ihr den Anime schon kennen solltet, würde mich sehr interessieren, wie ihr ihn fandet.